mein Touristenführer

Trailer [ 3 min 25 ]
Dokumentation (Ausschnitt) [ 15 min ]
Termine & Kritik
  • Uraufführung: 14.1.2016 Arena Waschhaus Potsdam
  • Aufführungen: 14./ 15./ 16./ 22./ 23./ 24. Januar 2016
Presse…
  • Märkische Allgemeine 15.1.2016 Und während sie so fahren und reden, entwickelt das Stück mit fantastischer Gelassenheit eine Spannung, die bis zum Ende nicht mehr abklingen soll. Drei Frauen auf diesen sonst so albern wirkenden Elektrorollern beherrschen den Raum, spinnen, verwirren und entzerren immer neue Beziehungsgeflechte. Unterlegt ist das Ganze mit sparsam gesetzten musikalischen Motiven und meist gesprochenen Stichworten, Satzfetzen, Zitaten aus neuen und älteren Liedern, die wie ein ordentlicher Stadtrundgang Schicht für Schicht kollektive Erinnerung aktivieren. … Seit 2009 macht das von der Choreografin Paula E. Paul und dem Medienkünstler Sirko Knüpfer gegründete Kombinat mit genreübergreifenden Inszenierungen von sich Reden. Das gemeinsam mit dem Musiker Tobias Unterberg und den Performerinnen Christine Jensen, Tanja Watoro und Maria Arnold produzierte Segway-Ballett „Mein Touristenführer“ erwies sich als geglückte Eröffnung des Festivals zum Jahresbeginn.“ (Volker Oelschläger) 

  • Neues Deutschland, 15.1.2016 „Das Ensemble Kombinat führt mit »Mein Touristenführer« in eine besondere Tanzzukunft Migration und Mobilität auf »Marsrovern« … „Dieses eher gebrandmarkte Gefährt holen die Choreografin Paula E. Paul und der Videokünstler Sirko Knüpfer nun aus der Tourismus-Ecke. ‚Elegant gleiten ihre drei Performerinnen über das Straßenraster, das in der Potsdamer Arena im Waschhaus installiert ist. Die etwa 100 Zuschauer sitzen auf 16 Inseln verteilt zwischen diesen Bahnen. Vor ihren Augen gleiten die retrofuturistisch gekleideten Performerinnen Tanja Watoro, Christine Jensen und Maria Arnold nicht nur gefühlvoll dahin, sondern beschleunigen auch, rasen gar aufeinander zu und vermeiden gerade noch Kollisionen. Sie voll- führen Pirouetten an Ort und Stelle, bilden zu zweit oder zu dritt größere Mensch-Maschine-Konstellationen · und zeichnen flüchtige Figuren in den Raum. Außerdem singen sie. Meist handelt es sich um Popzitate, die Tobias Unterberg, manchen noch als Cellist bei der Berliner Punkrockband Inchtabokatables bekannt, in einen Elektropop-Raumklang integriert hat. … »Mein Touristenführer« hält der Wucht der aktuellen Ereignisse aber stand, weil nicht erklärt, dokumentiert, beschrieben oder kommentiert wird, was jenseits der Ziegelmauern der Arena geschieht. Vielmehr wird ein Assoziationsraum geschaffen, der sowohl in seinen geometrischen Dimensionen als auch in der Zeit gedehnt ist und in dem Platz herrscht, Phänomene von Migration und Mobilität, von Flucht und Heilsversprechen mit Herz, Hirn, Bauch, Auge und Ohr zu verarbeiten.“ (Tom Mustroph)   

  • Potsdamer Neueste Nachrichten 16.1.2016 „Anstrengungslos , ja schwebend , bewegen sich auch die drei Tänzerinnen auf den lautlosen Dingern , beschleunigen , fliegen um Kurven zwischen den quer durch den Raum verteilten Zuschauerreihen , drehen endlose Pirouetten. Lächerlich allerdings wirken sie keine Sekunde , sondern wie Kriegerinnen , Amazonen , Engel aus anderen Sphären. So klingt auch erst mal die Musik: von fern , vermischt mit Meeresrauschen. Irgendwie beruhigend – und trotzdem ziept darunter schon eine Unruhe, die Sehnsucht vielleicht oder das Wissen um die Gefahren einer Reise. … Es wird, durch die eleganten, geschmeidigen Bewegungen der Performerinnen, durch Musik und Text, Schönheit geschaffen- und sofort gebrochen. Verwirrung gestiftet. Mal weil die Musik bedrohlich wird, mal weil wieder ein düsterer Fetzen Text gesprochen wird. Genauso schwappt ihr Tanz ständig hin und her zwischen angedeutet slapstick-artiger Komik und dem ganz großen Schmerz. Denn so schnell sie sich auch bewegen und bremsen können, so souverän sie ihre Gefährte beherrschen- so wenig schaffen sie es, sich wirklich einander anzunähern. Jede bleibt einsam. Das trifft es. Der Sehnsucht folgen heißt einsam sein: Reisen , die Begegnung mit dem Neuen , funktioniert ja sowieso immer nur alleine. Egal ob durch Raum oder Zeit. Weil man mit einem Gefährten an der Seite immer in der eigenen Herkunft verhaftet bleibt, nicht loskommt und sich deshalb nie wirklich einlässt auf das Fremde. Alles andere- Gruppenreisen etwa- mag Tourismus sein, etwas, das sich eigentlich nur mit dem mühelosen Sightseeing auf Segways bebildern lässt. Der Clou bei Kombinat ist, dass sie die Segways nutzen, um genau das deutlich machen.“ (Ariane Lemme)
Musik und Tanz Theater

Über Kunst und Politik der Mobilität

Drei singende Schauspielerinnen bewegen sich auf selbstbalancierenden Elektro-Rollern durch den Raum. Sie lassen das Fahren zum Tanz werden. Und sie bringen Musik und Lyrik aus mehreren Jahrhunderten in Erinnerung und in Zusammenhang mit Reise, Flucht und Abenteuer.

„Is this the place, you wanna be? …Follow me to another galaxy!“
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Aktuell erlebt sich Europa als Ziel einer globalen Wanderbewegung. Zu anderen Zeiten verließen Tausende den Kontinent und suchten ihr Glück in der „Neuen Welt“, im „Gelobten Land“ oder „im heißen Afrika“. Aus der Schweiz zogen im 18. Jahrhundert „avec que la marmotte“ Kinderscharen bettelnd bis nach London. Das Aus- und Einwandern war und ist regelmäßiges Thema von Volksliedern, über Popsongs zum Rap: „obwohl man uns kennt, sind wir fremd im eignen Land.mein Touristenführer lädt Sie zu einer assoziativen (Wieder)Entdeckungsreise ein. Folgen Sie uns in den musikalischen Kosmos einer Kultur, die nicht dieselbe wäre, ohne die großen und kleinen Aufbrüche ins Ungewisse.
music and dance performance

On the art and politics of mobility

Three singing actresses move through the space on self-balancing electric scooters. They turn driving into dancing.And they bring music and poetry from several centuries to mind and in connection with travel, flight and adventurers.

„Is this the place you wanna be? …Follow me to another galaxy!“
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Currently, Europe is experiencing itself as the destination of a global migration movement. In former times, thousands left the continent and sought their fortune in the „New World“, in the „Promised Land“ or „in hot Africa“. From Switzerland in the 18th century, „avec que la marmotte“ droves of children went begging as far as London. Emigration and immigration was and is a regular theme of folk songs, pop songs and rap: „although they know us, we’re still strangers in our own land.“ my tourist guide invites you on an associative (re)discovery journey. Follow us into the musical cosmos of a culture that would not be the same without the big and small departures into the unknown.

Perfomers (on electric wheels)

Christine Jensen
Christine studierte zunächst Germanistik und Blindenpädagogik. In einem überfüllten Seminar über Bertold Brecht an der Uni Hamburg entschied sie sich dann doch lieber Schauspielerin zu werden.
weiter lesenNach dem Studium am Schauspielstudio Hildburg Frese in Hamburg war sie 12 Jahre festes Ensemblemitglied an den Stadt- und Staatstheatern Regensburg, Lübeck und Oldenburg. Danach wählte sie die freie Arbeit, gastierte in Produktionen der sog. Freien Szene, am Staatstheater Oldenburg, Braunschweig und der Hamburgischen Staatsoper. Außerdem schreibt Christine Jensen eigene Programme, die meist musikalisch und kabarettistisch sind. Denn sie hat ein Jodeldiplom und spielt auch Blockflöte! Für ihr Theaterstück über Kurt Weill und Lotte Lenya konnte sie zusammen mit Künstlerkollegen eine Tournee durch verschiedene Städte arrangieren. Beim NDR, Deutschlandradio Kultur, WDR und RBB ist Christine Jensen zudem als Sprecherin zu hören. In der Akademie für Publizistik in Hamburg liest sie regelmäßig auf öffentlichen Veranstaltungen Texte renommierter Journalisten.
Tanja Watoro
Tanja fünf Jahre Schauspiel, Gesang und Tanz an der „Berliner Schule für Bühnenkunst“. Sie erweiterte ihr Studium u.a. mit Kamera-Trainings-Seminaren in Berlin, Schauspieltraining mit dem „Teatro Potlach“ in Italien. Körperarbeit mit Elias Cohen in Bolivien.
weiter lesenSie arbeitet als Schauspielerin, wirkte aber auch in Musik-, Tanz- und Maskentheatern mit. Von 2007 bis 2011 war sie bei dem „Teatro de los Andes“ in Bolivien engagiert. Mit dem Ensemble interpretierte sie u.a. die Rolle der Penélope in der „Odyssee“ unter der Regie von César Brie auf verschiedenen Theaterfestivals, u.a. in Neuseeland, Kolumbien (Festival Iberoamericano de Teatro), Argentinien (MERCOSUR), Brasilien, Mexiko und Ecuador. Auszeichnung 2012: Beste Schauspielerin, „Cumbre de las Américas“, Mar del Plata, Argentinien mit dem Monolog „Sterne ohne Himmel“ 2013 war sie beim Wandertheater „Ton und Kirschen“ in Werder engagiert.
Maria Arnold
Maria Arnold wird 1991 geboren und wächst in Eisenach in Thüringen auf. Seit ihrem vierten Lebensjahr steht sie regelmäßig als Tänzerin und Sängerin in Eisenach und auf überregionalen Tanzfesten auf der Bühne.
weiter lesen Ab dem 7. Lebensjahr fängt sie eine kurze, aber erfolgreiche Leistungssport-Karriere als Speedskaterin an, die sie bereits im Alter von 13 Jahren zur Junioren-Europameisterschaft nach Italien führt. Da sie im elften Lebensjahr mit der Kinderserie „Ein Engel für alle“, bei der sie für den Kika mitwirkt, ihre Liebe für Schauspiel entdeckt, entscheidet sie sich gegen den Sport und für die Schauspielerei. Von nun an spielt sie im Landestheater Eisenach und Theater am Markt, nimmt Tanz- und Gesangsunterricht und fängt 2012 ihre Schauspiel-ausbildung in Hamburg an. Während der Ausbildung kann sie schon weitere Bühnenerfahrungen mit den Regiestudenten der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Marc von Henning und Dietrich Trapp sammeln. Seit 2015 ist sie ausgebildete Schauspielerin und arbeitet nun als Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin in ihrem ersten Projekt „Mein Touristenführer“, das im Januar in Potsdam Welturaufführung haben wird.

musikalische Leitung

Tobias Unterberg

Tobias Unterberg alias b.deutung ist seit frühester Kindheit Grenzgänger zwischen allen musikalischen Welten. Geboren in Potsdam lebt er als freischaffender Komponist, Arrangeur und Cellist in Berlin.

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Das Gründungsmitglied der „The Inchtabokatables“ ist aktuell Mitglied im „Ensemble Melancholia“, außerdem ständiger Gast bei „New Model Army“ und „Deine Lakaien“. 2015/2016 ist er außerdem Komponist und musikalischer Leiter des „Kombinat“ für die neue Produktion, die im Januar 2016 Premiere feiern wird.

www.b-deutung.berlin

choreografische Assistenz

Ayako Toyama

Ayako (rechts im Bild) wurde in Tokio geboren. Seit 2010 lebt sie in Berlin und performt in u. a. Opernproduktionen, Filmen und interdisziplinären Installationen, zuletzt an der Oper Leipzig, Oper Köln und Stiftung Bauhaus Dessau.

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In 2014 tanzte sie für Bürgerfest am Brandenburger Tor – 25 Jahre Mauerfall. Seit 2011 performt sie mit Movement & Sound Improvisation. 

Sie erhielt ihre tänzerische Ausbildung an der Rambert School of Ballet and Contemporary Dance in London. Nach erfolgreichem Abschluss tanzte sie in der Richard Alston Dance Company und der English National Opera. 2006 wechselte sie nach Deutschland für ein Engagement im Tanztheater Eisenach (Direktor Tomasz Kajdanski), bevor sie 2008 vom Tanztheater Bronislav Roznos engagiert wurde, mit dem sie in Plauen, Zwickau und Rostock auftrat. Seit 2010 ist sie als freischaffende Tänzerin tätig.

Team

Konzept & Inszenierung
Paula E. Paul & Sirko Knüpfer
Performance
Maria Arnold, Christine Jensen, Tanja Watoro
musikalische Leitung / Originalkomposition

Tobias Unterberg
musikalische Beratung
Prof. Dr. Hartmuth Fladt
Produktionsleitung
Beate Kunath
Regieassistenz 
Bikash Chatterjee
choreographische Assistenz
Ayako Toyama
technische Leitung / Lichtdesign
Simon Weiss
live Sound / Sounddesign
Ralf Grüneberg
Kostüm
Claudia Möbius
Praktikum
Ksenia Belkevich
technische Unterstützung
David Friedrich
Christian Brion
Fotografie 
Stefan Gloede

©2016 KOMBINAT

„mein Touristenführer“ ist eine Produktion von KOMBINAT kombiniert Tanz und Film UG in Kooperation mit fabrik Potsdam und Waschhaus Potsdam. Gefördert mit Mitteln der Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kultur, sowie für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung durch die Landeshauptstadt Potsdam, Fachbereich Kultur und Museum, sowie der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse.